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Kanzlei MANDATI · Essen & Ruhrgebiet

Steuerrecht & Steuerstrafrecht Anwalt in Essen

Steuerbescheid, Betriebsprüfung, Selbstanzeige oder Ermittlungsverfahren? Wir beraten Privatpersonen, Unternehmen und Selbstständige in Essen und im Ruhrgebiet – von der Steuergestaltung über Einspruch und Klage bis zur Verteidigung im Steuerstrafverfahren (§§ 370, 371 AO).

  • 1 Monat Einspruchsfrist gegen Steuerbescheide
  • Kostenlose Ersteinschätzung
  • Finanzgericht & Steuerstrafverteidigung
  • Seit Jahren im Ruhrgebiet
Rechtsanwaltskanzlei MANDATI · Hindenburgstr. 23, 45127 Essen ★ 5,0 Google-Bewertungen

Unsere Leistungen im Steuerrecht

Das Steuerrecht ist eines der komplexesten Rechtsgebiete überhaupt. Wir decken die gesamte Bandbreite ab – von der vorausschauenden Gestaltung bis zur Verteidigung im Ernstfall.

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Steuerliche Beratung & Gestaltung

Steueroptimierung für Privatpersonen und Unternehmen, Rechtsformwahl und Existenzgründung.

⚖️

Steuerstrafrecht

Verteidigung bei Steuerhinterziehung, Selbstanzeige und Steuerfahndung.

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Unternehmensteuerrecht

GmbH, Gewerbe, Buchführung, Geschäftsführerhaftung und Unternehmensnachfolge.

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Immobilienbesteuerung

Grunderwerbsteuer, Spekulationssteuer, Vermietung und Grundsteuerreform.

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Erbschaft- & Schenkungsteuer

Vorweggenommene Erbfolge, Freibeträge optimal nutzen, Bewertung.

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Internationales Steuerrecht

Doppelbesteuerung, Wegzugsbesteuerung und ausländische Einkünfte.

🔍

Betriebsprüfung

Begleitung von Außenprüfung und Steuerfahndung, Schutz Ihrer Rechte.

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Einspruch & Klage

Rechtsbehelfe gegen Steuerbescheide bis zum Finanzgericht und BFH.

Die wichtigsten Steuerarten im Überblick

In Deutschland gibt es über 30 verschiedene Steuerarten. Diese Übersicht zeigt die praktisch bedeutsamsten – wir beraten Sie zu allen.

Steuerart Betrifft Eckdaten
EinkommensteuerPrivatpersonen, Selbstständigeprogressiv bis 42 %, „Reichensteuer" 45 %
Umsatzsteuer (MwSt)Unternehmer19 % regulär, 7 % ermäßigt
KörperschaftsteuerGmbH, AG, Kapitalgesellschaften15 % (zzgl. Soli & Gewerbesteuer)
GewerbesteuerGewerbebetriebeje nach Hebesatz der Gemeinde
KapitalertragsteuerKapitalerträge (Zinsen, Dividenden)25 % Abgeltungsteuer (zzgl. Soli/KiSt)
Erbschaft- & SchenkungsteuerErben, Beschenkte7 %–50 % je Steuerklasse & Wert
GrunderwerbsteuerImmobilienkäuferin NRW 6,5 % des Kaufpreises
GrundsteuerGrundstückseigentümerseit 2025 nach reformierter Bewertung
LohnsteuerArbeitnehmer / ArbeitgeberVorauszahlung auf die Einkommensteuer

Angaben dienen der Orientierung; maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen Regelungen im Einzelfall.

Steuerrecht für Privatpersonen

Ob Einkommensteuererklärung, Kapitalerträge oder Streit mit dem Finanzamt – wir behalten für Sie den Überblick und holen heraus, was Ihnen zusteht.

Einkommensteuer optimal nutzen

  • Werbungskosten, Sonderausgaben & außergewöhnliche Belastungen
  • Homeoffice, doppelte Haushaltsführung, Pendlerpauschale
  • Kapitalerträge & Günstigerprüfung bei der Abgeltungsteuer
  • Vermietung und Verpachtung steuerlich richtig erklären
  • Steuerklassenwahl und Ehegattensplitting

Wenn es Streit gibt

  • Prüfung und Einspruch gegen Steuerbescheide
  • Vorgehen gegen Schätzungsbescheide
  • Stundung und Erlass bei Zahlungsschwierigkeiten
  • Aussetzung der Vollziehung (kein Sofortzahlen)
  • Vertretung im Finanzgerichtsverfahren

Unternehmen & Selbstständige

Vom Start-up bis zur etablierten GmbH: Wir begleiten Sie bei der steuerlichen Gestaltung, der laufenden Beratung und der Abwehr von Haftungsrisiken.

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Immobilien & Steuern

Kauf, Vermietung, Verkauf oder Vererbung von Immobilien haben erhebliche steuerliche Folgen. Wir beraten Sie vorausschauend.

Erbschaft- & Schenkungsteuer

Mit der richtigen Planung lässt sich die Steuerlast bei Erbschaften und Schenkungen oft deutlich senken. Entscheidend sind die persönlichen Freibeträge (§ 16 ErbStG), die alle 10 Jahre erneut genutzt werden können.

Verhältnis zum Erblasser/Schenker Freibetrag
Ehegatte / eingetragene/r Lebenspartner/in500.000 €
Kinder & Stiefkinder400.000 €
Enkel200.000 €
Eltern & Großeltern (im Erbfall)100.000 €
Übrige Personen (Steuerklasse III)20.000 €

Gestaltungsmöglichkeiten

  • Vorweggenommene Erbfolge und gestaffelte Schenkungen (10-Jahres-Rhythmus)
  • Nutzung von Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen
  • Familienheim steuerfrei übertragen
  • Nießbrauch und Wohnrecht zur Wertminderung

Internationales Steuerrecht

Grenzüberschreitende Sachverhalte bergen besondere Risiken – von der Doppelbesteuerung bis zur Wegzugsbesteuerung. Wir sorgen für Klarheit.

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Steuerstrafrecht & Steuerhinterziehung (§ 370 AO)

Der Vorwurf der Steuerhinterziehung kann existenzbedrohend sein. Als Verteidiger stehen wir Ihnen vom ersten Schreiben des Finanzamts bis zur Hauptverhandlung zur Seite.

Wann liegt Steuerhinterziehung vor?

Wer gegenüber dem Finanzamt unrichtige Angaben macht oder steuerlich erhebliche Tatsachen pflichtwidrig verschweigt und dadurch Steuern verkürzt, begeht eine Steuerhinterziehung. Typisch sind:

  • Nicht erklärte Einkünfte (z. B. Kapitalerträge im Ausland)
  • Schwarzeinnahmen und nicht verbuchte Umsätze
  • Scheinrechnungen und unberechtigter Vorsteuerabzug
  • Verschwiegene Erbschaften oder Schenkungen
  • Nicht abgegebene Steuererklärungen trotz Pflicht

Bereits der Versuch ist strafbar. Leichtfertiges Handeln kann als Ordnungswidrigkeit (§ 378 AO) geahndet werden.

Strafmaß nach Hinterziehungsbetrag

Hinterziehungsbetrag Tendenz des Strafmaßes
Bis 50.000 €i. d. R. Geldstrafe
50.000 – 100.000 €Geld- oder Freiheitsstrafe
100.000 – 1.000.000 €Freiheitsstrafe (oft Bewährung)
Über 1.000.000 €Freiheitsstrafe i. d. R. ohne Bewährung

Orientierung nach der Rechtsprechung des BGH; im Einzelfall stets von den konkreten Umständen abhängig.

Verjährung im Steuerstrafrecht

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Strafbefreiende Selbstanzeige (§ 371 AO)

Die Selbstanzeige ist der einzige Weg, trotz begangener Steuerhinterziehung straffrei zu bleiben – aber sie ist fehleranfällig. Schon kleine Lücken machen sie unwirksam.

Betriebsprüfung & Steuerfahndung

Eine Außenprüfung oder gar eine Durchsuchung durch die Steuerfahndung ist eine Ausnahmesituation. Mit der richtigen Begleitung wahren Sie Ihre Rechte und vermeiden vorschnelle Aussagen.

Rechtsbehelfe: Einspruch, Klage & mehr

Ist ein Steuerbescheid fehlerhaft oder zu hoch, müssen Sie ihn nicht hinnehmen. Wir setzen Ihre Rechte gegenüber dem Finanzamt durch.

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Wichtige steuerliche Fristen

Fristen sind im Steuerrecht entscheidend – wer sie versäumt, verliert oft seine Rechte. Die wichtigsten im Überblick.

Vorgang Frist
Einspruch gegen Steuerbescheid1 Monat ab Bekanntgabe
Klage beim Finanzgericht1 Monat nach Einspruchsentscheidung
Steuererklärung (ohne Berater)i. d. R. 31. Juli des Folgejahres
Festsetzungsverjährung (regulär)4 Jahre
Festsetzungsverjährung (bei Hinterziehung)10 Jahre
Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen6 bis 10 Jahre

Verwandte Rechtsgebiete

Steuerliche Fragen hängen oft mit anderen Rechtsbereichen zusammen. Als Kanzlei mit mehreren Schwerpunkten beraten wir Sie umfassend aus einer Hand.

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Häufig gestellte Fragen zum Steuerrecht

Wie prüfe ich meinen Steuerbescheid richtig?

Gleichen Sie die im Bescheid angesetzten Besteuerungsgrundlagen mit Ihrer Steuererklärung ab und achten Sie besonders auf Abweichungen bei Einkünften, Werbungskosten und der Anlage von Belegen. Erläuterungstexte am Bescheidende weisen oft auf nicht anerkannte Posten hin.

Welche Frist gilt für den Einspruch gegen den Steuerbescheid?

Der Einspruch muss innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids beim Finanzamt eingehen (§ 355 AO). Bei Bekanntgabe per Post gilt der Bescheid am dritten Tag nach Aufgabe zur Post als zugestellt.

Muss ich den Einspruch gegen den Steuerbescheid begründen?

Eine Begründung ist für die Fristwahrung nicht zwingend erforderlich, sollte aber zeitnah nachgereicht werden, da das Finanzamt sonst nach Aktenlage entscheidet. Wir empfehlen, die strittigen Punkte konkret und mit Nachweisen darzulegen.

Was passiert nach Einlegung des Einspruchs?

Das Finanzamt prüft den gesamten Bescheid erneut und kann ihn ändern, aufheben oder bestätigen; es kann den Bescheid dabei auch zu Ihren Ungunsten verschlechtern (§ 367 Abs. 2 AO). Auf eine drohende Verböserung muss das Finanzamt vorher hinweisen.

Muss ich die Steuer trotz Einspruch zahlen?

Ja, der Einspruch hat keine aufschiebende Wirkung, sodass die festgesetzte Steuer zunächst fällig bleibt. Um die Zahlung zu vermeiden, müssen Sie zusätzlich die Aussetzung der Vollziehung beantragen.

Was ist die Aussetzung der Vollziehung?

Die Aussetzung der Vollziehung (§ 361 AO, § 69 FGO) bewirkt, dass die strittige Steuer während des Einspruchs- oder Klageverfahrens vorläufig nicht gezahlt werden muss. Voraussetzung sind ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Bescheids.

Welche Risiken hat die Aussetzung der Vollziehung?

Wird der Einspruch oder die Klage später abgewiesen, sind auf den ausgesetzten Betrag Aussetzungszinsen von 0,5 Prozent pro Monat zu zahlen (§ 237 AO). Die Aussetzung lohnt sich daher vor allem bei guten Erfolgsaussichten.

Wann kann ich vor dem Finanzgericht klagen?

Eine Klage ist erst nach erfolglosem Einspruchsverfahren zulässig und muss innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung erhoben werden (§ 47 FGO). Zuständig ist das Finanzgericht, in NRW etwa das Finanzgericht Düsseldorf, Köln oder Münster.

Brauche ich für das Finanzgericht einen Anwalt?

Vor dem Finanzgericht besteht kein Anwaltszwang, Sie können sich selbst vertreten. Wegen der komplexen Materie und der Bedeutung der Schriftsätze ist anwaltliche oder steuerberatende Vertretung jedoch dringend zu empfehlen.

Wie läuft eine Betriebsprüfung ab?

Die Außenprüfung wird durch eine Prüfungsanordnung angekündigt (§ 196 AO) und findet meist in Ihren Geschäftsräumen statt, wo der Prüfer Buchführung und Belege sichtet. Zum Abschluss gibt es eine Schlussbesprechung und einen Prüfungsbericht.

Welche Rechte habe ich bei einer Außenprüfung?

Sie haben Anspruch auf eine ordnungsgemäße Prüfungsanordnung, auf rechtliches Gehör und auf eine Schlussbesprechung, in der Sie zu den Feststellungen Stellung nehmen können (§ 201 AO). Mitwirkungspflichten bestehen, aber nur im angeordneten Prüfungsumfang.

Kann ich eine Betriebsprüfung verschieben lassen?

Auf Antrag kann der Beginn der Prüfung aus wichtigem Grund verlegt werden, etwa bei Krankheit oder Urlaub des Beraters (§ 197 Abs. 2 AO). Ein Anspruch auf unbegrenzte Verschiebung besteht jedoch nicht.

Was ist eine Steuerschätzung?

Kann das Finanzamt die Besteuerungsgrundlagen nicht ermitteln, etwa weil keine Erklärung abgegeben oder die Buchführung mangelhaft ist, darf es die Steuer schätzen (§ 162 AO). Die Schätzung muss schlüssig und wirtschaftlich vernünftig sein.

Was kann ich gegen eine zu hohe Schätzung tun?

Legen Sie Einspruch ein und reichen Sie die fehlende Steuererklärung mit den tatsächlichen Zahlen nach, damit die Schätzung korrigiert wird. Schätzungen fallen häufig bewusst hoch aus, um zur Mitwirkung anzuhalten.

Wann fällt ein Verspätungszuschlag an?

Ein Verspätungszuschlag wird bei verspäteter Abgabe der Steuererklärung festgesetzt und ist seit 2019 in vielen Fällen gesetzlich verpflichtend (§ 152 AO). Er beträgt regelmäßig 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer pro Monat, mindestens 25 Euro je Monat.

Was sind Säumniszuschläge?

Säumniszuschläge entstehen automatisch, wenn Sie eine fällige Steuer nicht rechtzeitig zahlen, und betragen 1 Prozent des rückständigen Betrags je angefangenen Monat (§ 240 AO). Sie sind verschuldensunabhängig und müssen nicht gesondert festgesetzt werden.

Kann ich meine Steuerschuld stunden lassen?

Eine Stundung kommt in Betracht, wenn die sofortige Zahlung eine erhebliche Härte bedeutet und der Anspruch nicht gefährdet ist (§ 222 AO). Für die Stundungsdauer fallen in der Regel Stundungszinsen von 0,5 Prozent pro Monat an.

Wann kann mir das Finanzamt Steuern erlassen?

Ein Erlass aus Billigkeitsgründen ist möglich, wenn die Einziehung nach Lage des Einzelfalls unbillig wäre, etwa bei persönlicher oder sachlicher Härte (§ 227 AO). Der Erlass steht im Ermessen der Behörde und setzt eine sorgfältige Begründung voraus.

Wer muss eine Einkommensteuererklärung abgeben?

Zur Abgabe verpflichtet sind unter anderem Selbständige, Gewerbetreibende sowie Arbeitnehmer mit Nebeneinkünften über 410 Euro oder bestimmten Lohnsteuerkonstellationen (§ 25 EStG, § 46 EStG). Auch bei Bezug von Lohnersatzleistungen kann eine Pflicht bestehen.

Bis wann muss die Steuererklärung abgegeben werden?

Ohne steuerliche Beratung ist die Erklärung bis zum 31. Juli des Folgejahres abzugeben (§ 149 AO). Bei Vertretung durch einen Steuerberater verlängert sich die Frist regelmäßig bis Ende Februar des übernächsten Jahres.

Was ist die Umsatzsteuer und wer muss sie abführen?

Unternehmer schulden auf ihre steuerpflichtigen Lieferungen und Leistungen Umsatzsteuer, die sie über Voranmeldungen an das Finanzamt abführen (§ 1 UStG). Kleinunternehmer können unter den Voraussetzungen des § 19 UStG von der Erhebung absehen.

Was ist der Vorsteuerabzug?

Unternehmer dürfen die ihnen von anderen Unternehmern in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen (§ 15 UStG). Voraussetzung ist eine ordnungsgemäße Rechnung mit allen Pflichtangaben nach § 14 UStG.

Wer muss Gewerbesteuer zahlen?

Gewerbesteuer fällt für jeden stehenden Gewerbebetrieb im Inland an und wird von der Gemeinde auf Basis des Gewerbeertrags erhoben (§ 2 GewStG). Freiberufler und Land- und Forstwirte unterliegen ihr grundsätzlich nicht.

Wie hoch ist die Gewerbesteuer in Essen?

Die Höhe richtet sich nach dem Gewerbeertrag, der Steuermesszahl und dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde; Essen hat traditionell einen vergleichsweise hohen Hebesatz. Für natürliche Personen und Personengesellschaften wird die Gewerbesteuer teilweise auf die Einkommensteuer angerechnet (§ 35 EStG).

Was ist Lohnsteuer?

Die Lohnsteuer ist eine Erhebungsform der Einkommensteuer, die der Arbeitgeber vom Arbeitslohn einbehält und an das Finanzamt abführt (§ 38 EStG). Sie wird im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung auf die Jahressteuer angerechnet.

Haftet der Arbeitgeber für die Lohnsteuer?

Ja, der Arbeitgeber haftet für die korrekte Einbehaltung und Abführung der Lohnsteuer (§ 42d EStG). Bei Fehlern kann das Finanzamt ihn neben dem Arbeitnehmer in Anspruch nehmen.

Was ist die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge?

Private Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden unterliegen grundsätzlich einem einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer (§ 32d EStG). Die Banken behalten die Kapitalertragsteuer in der Regel direkt ein.

Wie funktioniert der Sparer-Pauschbetrag?

Kapitalerträge bleiben bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro je Person steuerfrei (§ 20 Abs. 9 EStG). Über einen Freistellungsauftrag bei der Bank kann der Steuerabzug bis zu dieser Höhe vermieden werden.

Welche Freibeträge gelten bei der Erbschaftsteuer?

Die Freibeträge richten sich nach dem Verwandtschaftsgrad und betragen unter anderem 500.000 Euro für Ehegatten, 400.000 Euro je Kind und 20.000 Euro für entferntere Personen (§ 16 ErbStG). Sie können alle zehn Jahre erneut in Anspruch genommen werden.

Gelten bei der Schenkungsteuer dieselben Freibeträge?

Ja, für die Schenkungsteuer gelten dieselben persönlichen Freibeträge wie bei der Erbschaftsteuer nach § 16 ErbStG. Durch frühzeitige Schenkungen alle zehn Jahre lassen sich die Freibeträge mehrfach nutzen und die Steuerlast senken.

Wann fällt Grunderwerbsteuer an?

Die Grunderwerbsteuer entsteht beim Erwerb eines inländischen Grundstücks, insbesondere durch Kaufvertrag (§ 1 GrEStG). Der Steuersatz ist Ländersache und beträgt in Nordrhein-Westfalen derzeit 6,5 Prozent des Kaufpreises.

Gibt es Ausnahmen von der Grunderwerbsteuer?

Ja, steuerfrei sind unter anderem Erwerbe zwischen Ehegatten sowie durch Verwandte in gerader Linie und Erwerbe von Todes wegen (§ 3 GrEStG). Auch Bagatellfälle unter 2.500 Euro Bemessungsgrundlage sind ausgenommen.

Was ist die Spekulationsfrist bei Immobilien?

Der Gewinn aus dem Verkauf einer privaten Immobilie ist steuerfrei, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung mehr als zehn Jahre liegen (§ 23 EStG). Wird die Immobilie selbst genutzt, kann die Veräußerung auch früher steuerfrei sein.

Wie wird die selbst genutzte Immobilie beim Verkauf behandelt?

Wurde die Immobilie im Verkaufsjahr und den beiden Vorjahren ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt, bleibt der Gewinn unabhängig von der Zehnjahresfrist steuerfrei (§ 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG). Die genauen Nutzungszeiträume sollten sorgfältig dokumentiert werden.

Was regelt das internationale Steuerrecht?

Das internationale Steuerrecht bestimmt, welcher Staat bei grenzüberschreitenden Sachverhalten besteuern darf und wie eine Doppelbesteuerung vermieden wird. Maßgeblich sind das Außensteuergesetz, die Doppelbesteuerungsabkommen und die unbeschränkte Steuerpflicht nach § 1 EStG.

Was ist die Wegzugsbesteuerung?

Bei Wegzug ins Ausland werden stille Reserven wesentlicher Kapitalgesellschaftsbeteiligungen so besteuert, als wären sie veräußert worden (§ 6 AStG). Dies betrifft Beteiligungen von mindestens 1 Prozent und kann zu erheblichen Steuerlasten führen.

Kann die Wegzugsbesteuerung gestundet werden?

Bei Wegzug innerhalb der EU oder des EWR wird die Steuer auf Antrag in der Regel zinslos und ohne Sicherheitsleistung in Raten über sieben Jahre gestreckt (§ 6 Abs. 4 AStG). Die Voraussetzungen wurden zuletzt verschärft, weshalb eine frühzeitige Planung wichtig ist.

Was ist ein Doppelbesteuerungsabkommen?

Ein Doppelbesteuerungsabkommen ist ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen zwei Staaten, der das Besteuerungsrecht aufteilt, um eine doppelte Besteuerung derselben Einkünfte zu vermeiden. Vermieden wird die Doppelbesteuerung meist durch Freistellung oder Anrechnung der ausländischen Steuer.

Was ist Steuerhinterziehung?

Steuerhinterziehung begeht, wer dem Finanzamt vorsätzlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht oder steuerlich erhebliche Tatsachen verschweigt und dadurch Steuern verkürzt (§ 370 AO). Sie wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet.

Was droht bei besonders schwerer Steuerhinterziehung?

In besonders schweren Fällen, etwa bei einem Hinterziehungsbetrag in großem Ausmaß, droht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren (§ 370 Abs. 3 AO). Die Rechtsprechung nimmt großes Ausmaß bereits ab 50.000 Euro je Tat an.

Was ist leichtfertige Steuerverkürzung?

Die leichtfertige Steuerverkürzung ist die fahrlässige Variante der Steuerverkürzung und stellt nur eine Ordnungswidrigkeit dar (§ 378 AO). Sie kann mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Was ist eine Selbstanzeige?

Mit einer wirksamen Selbstanzeige kann bei Steuerhinterziehung Straffreiheit erlangt werden, wenn alle unverjährten Steuerstraftaten einer Steuerart vollständig offengelegt werden (§ 371 AO). Die hinterzogenen Steuern und Zinsen müssen fristgerecht nachgezahlt werden.

Welche Voraussetzungen hat eine wirksame Selbstanzeige?

Die Selbstanzeige muss vollständig sein und sämtliche unverjährten Steuerstraftaten einer Steuerart der letzten zehn Jahre umfassen sowie rechtzeitig erfolgen. Wegen der hohen Anforderungen und der Gefahr der Unwirksamkeit sollte sie unbedingt anwaltlich vorbereitet werden.

Wann ist eine Selbstanzeige gesperrt?

Sperrgründe liegen unter anderem vor, wenn die Tat bereits entdeckt ist, eine Prüfungsanordnung bekanntgegeben wurde oder ein Amtsträger zur Prüfung erschienen ist (§ 371 Abs. 2 AO). Nach Eintritt eines Sperrgrunds ist Straffreiheit nicht mehr möglich.

Ab welchem Betrag bleibt die Selbstanzeige nicht mehr straffrei?

Übersteigt der hinterzogene Betrag 25.000 Euro je Tat, tritt Straffreiheit nur ein, wenn zusätzlich ein Geldzuschlag gezahlt wird (§ 398a AO). Der Zuschlag ist gestaffelt und beträgt zwischen 10 und 20 Prozent der hinterzogenen Steuer.

Wie läuft ein Steuerstrafverfahren ab?

Das Steuerstrafverfahren wird von der Bußgeld- und Strafsachenstelle oder der Staatsanwaltschaft geführt und beginnt häufig mit Ermittlungen der Steuerfahndung. Ihnen stehen dabei dieselben Rechte wie in anderen Strafverfahren zu, insbesondere das Schweigerecht.

Was muss ich bei einer Durchsuchung beachten?

Sie sind nicht verpflichtet, Angaben zur Sache zu machen, und sollten von Ihrem Schweigerecht Gebrauch machen, bis ein Verteidiger eingeschaltet ist. Verlangen Sie den Durchsuchungsbeschluss und kontaktieren Sie umgehend anwaltliche Hilfe; wir bieten in solchen Fällen eine schnelle Ersteinschätzung an.

Was macht die Steuerfahndung?

Die Steuerfahndung ermittelt sowohl strafrechtlich als auch zur Aufdeckung steuerlicher Sachverhalte und hat die Befugnisse der Polizei (§ 208 AO). Sie kann Durchsuchungen und Beschlagnahmen durchführen, sofern ein richterlicher Beschluss vorliegt.

Wann haftet der Geschäftsführer für Steuern der GmbH?

Der Geschäftsführer haftet persönlich, wenn er seine steuerlichen Pflichten vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzt und dadurch Steuern nicht oder nicht rechtzeitig gezahlt werden (§ 69 AO). Betroffen sind insbesondere nicht abgeführte Lohn- und Umsatzsteuern.

Was bedeutet die Festsetzungsverjährung?

Nach Ablauf der Festsetzungsfrist darf das Finanzamt keine Steuer mehr festsetzen oder ändern; sie beträgt regelmäßig vier Jahre (§ 169 AO). Bei leichtfertiger Steuerverkürzung verlängert sie sich auf fünf, bei Steuerhinterziehung auf zehn Jahre.

Kostenlose Ersteinschätzung im Steuerrecht

Sie sind unsicher, ob Sie anwaltliche Hilfe brauchen? Schildern Sie uns Ihren Fall – wir geben Ihnen eine erste Orientierung und eine ehrliche Einschätzung Ihrer Erfolgschancen, vertraulich und unverbindlich.

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